29.04 – 03.05: Summit der lebendigen Gesellschaft: Fülle und ReichMut
Fühlst du dich reich?
Reich an Geld, Beziehungen, Zeit, Sinn, Resonanz und Gestaltungskraft?
Oder kennst du eher das Gefühl von Mangel — zu wenig Ressourcen, zu wenig Sicherheit, zu wenig Wirkung, keine Zeit?
Beim Thema Reichtum zeigt sich in unserer Gesellschaft eine tiefe Ambivalenz:
Manche Menschen verfügen über große materielle Mittel und fühlen sich innerlich arm oder orientierungslos. Andere besitzen wenig und erleben eine tiefe Fülle. Viele bewegen sich zwischen diesen Polen. Gerade in der Transformationsszene tragen viele Menschen enormes immaterielles Vermögen in sich: Sinn, Beziehungsfähigkeit, Kreativität, Visionen. Gleichzeitig entstehen daraus oft keine stabilen materiellen Strukturen, langfristige Sicherheit oder gesellschaftliche Strahlkraft. Engagement trifft auf strukturellen Mangel.
Auf der anderen Seite erleben Menschen mit finanziellen Ressourcen, unternehmerischer Verantwortung oder Einfluss häufig eine andere Spannung: die Frage nach Sinn, nach Wirkung, nach Verantwortung. Wie viel ist genug? Wofür setze ich meine Möglichkeiten ein? Wie kann Reichtum verbinden statt distanzieren?
Diese Fragen greifen in Identität, Zugehörigkeit und Selbstbild ein und berühren damit einen sensiblen und verletzlichen Kern. So wird Reichtum zu unsicherem Terrain.
Er ist ungleich verteilt, moralisch aufgeladen und häufig mit Scham, Schuld, Wut und Sehnsucht belegt. Oft wird Reichtum deshalb versteckt, relativiert, idealisiert oder von sich geschoben. Gespräche über Mangel sind vertrauter als Gespräche über Fülle.
Doch eine lebendige Gesellschaft braucht Fülle
Nicht Überfülle. Nicht Mangel. Sondern ganzheitlichen Reichtum – einen freien, verantwortungsvollen Fluss von Ressourcen, Fähigkeiten, Beziehungen, Geld, Zeit, Sinn, Vertrauen und Lebensenergie.
Eine lebendige Gesellschaft entsteht dort, wo diese unterschiedlichen Formen von Fülle sich begegnen und in Fluss kommen. Sie braucht Menschen und Initiativen, die sich erlauben, reich zu sein – ganzheitlich reich – und mutig zu ihrem Reichtum zu stehen. ReichMut bedeutet für uns, Reichtum nicht zu verstecken oder abzuwerten, sondern ihn sichtbar, verantwortungsvoll und regenerativ in den Dienst des Lebens zu stellen und zirkulieren zu lassen. Reichtum als Hüterschaft.
Gleichzeitig ist Fülle eine Perspektive, eine Fähigkeit, die Schönheit der Welt und den Reichtum in Allem zu sehen.
Dieser Summit ist eine Einladung, unser Verhältnis zu Fülle und Reichtum neu zu erkunden – persönlich, strukturell und gesellschaftlich.
Wir erforschen gemeinsam:
- Wie Fülle jenseits von Mangel und Überfluss gelebt werden kann und wie wir uns innerlich erlauben können, die allgegenwärtige Fülle des Lebens zu empfangen
- Wie materieller, sozialer, kultureller, emotionaler und spiritueller Reichtum zusammenspielen als ganzheitliches Wohlstandskonzept
- Wie wir unsere jeweiligen Reichtümer in den Fluss bringen, teilen und Verantwortung für ihre Wirkung übernehmen im Sinne einer regenerativen Hüterschaft
- Wie wir mutig mit eigenem Reichtum sichtbar werden können, ohne Überhöhung, aber mit Klarheit und Vorbildkraft
- Wie aus Verbundenheit, Vertrauen und Selbstverantwortung kollektive Wirksamkeit entsteht
Einordnung & Verantwortung
Uns ist bewusst, dass viele Menschen weltweit in strukturell prekären Lebenslagen leben. Der Summit versteht sich nicht als Abgrenzung von diesen Realitäten, sondern als bewusste Übernahme von Verantwortung aus einer privilegierten Position heraus. Gerade weil wir in einem reichen Land leben und über vergleichsweise viele Ressourcen und Handlungsspielräume verfügen, sehen wir es als verantwortungsvoll an, uns mit Fülle und Reichmut auseinanderzusetzen.
Fülle, die nicht angenommen wird, kann nicht weitergegeben werden. Fülle, die bewusst gelebt wird, kann Fülle erzeugen – für andere und für gesellschaftlichen Wandel.
Dieser Summit ist daher ein Forschungsraum für die Frage: Wie können wir mit der Fülle, die uns zur Verfügung steht, so umgehen, dass sie heilend, verbindend und wirksam wird – weit über uns selbst hinaus?
Wie? Der Summit als lebendiger Prozess
Wie bei unseren bisherigen Summits gestalten wir bewusst kein klassisches Tagungsformat, sondern einen emergenten Forschungsraum.
Das bedeutet:
- Keine fertige Agenda: Wir üben, dem Nicht-Wissen zu vertrauen und navigieren aus dem Moment heraus: Was braucht es gerade? Wo fühlt es sich lebendig an? Welche Formen und Formate tragen die höchste Energie?
- Kokreative Führung: Jede:r bringt Impulse, Fähigkeiten, Fragen und Angebote ein. Was brauchst du und was möchtest du beitragen? Was möchte gemeinsam entstehen?
- Ganzheit: Körper, Gefühle, Herz, Intuition und Verstand sind gleichermaßen eingeladen und werden gleichsam integriert.
- Innere & äußere Transformation: Persönliche Themen sind kein Nebenschauplatz, sondern Teil gesellschaftlicher Veränderung.
- Radikale Selbstverantwortung: Alle Teilnehmenden sind eingeladen, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse, Grenzen, Trigger, Beiträge und Erfahrungen zu übernehmen. Dabei unterstützen und bestärken wir uns.
- Ein sicherer, klar gehaltener Rahmen: Check-ins, Triaden, Prozessverortungen und ein traumasensibles Emotional-Support-Team schaffen Orientierung und Vertrauen.
- Spannungen als Ressource: Unterschiedliche Perspektiven, Konflikte und Reibungen begreifen wir als Energiequelle für gemeinsames Wachstum.
Somit lassen wir Kontrolle und Pläne bewusst los und vertrauen uns der Führung des Lebens an. Alle Facetten der Lebendigkeit sind eingeladen – die Schönen und Leichten wie die Dunklen und Schweren. Wenn wir Fülle und Leichtigkeit einladen, wird vermutlich auch Mangel und Enge auftauchen, um gesehen, gefühlt und geheilt zu werden als Weg zu mehr Fülle. Daher wird es inspirierend, verunsichernd, kraftvoll, herausfordernd, verbindend, wild, heilsam, traurig und bereichernd – so richtig lebendig. Wir wissen nicht, was genau passieren wird, aber wir vertrauen dem Prozess.
Wenn du einen festen Ablaufplan, vorgegebene Inhalte und Sicherheit brauchst, bist du hier nicht richtig. Aber wenn du bereit bist, dich dem emergenten Prozess anzuvertrauen, dich aktiv einzubringen, Verantwortung für dein Erleben zu übernehmen und Spannungen und Herausforderungen zu konfrontieren, dann erwartet dich eine Woche voller Lebendigkeit, Verbundenheit und Wachstum.
Wer?
Wir laden rund 50 Menschen ein, gemeinsam Fülle und Reichtum in all ihren Dimensionen zu erforschen und zu entdecken, wie wir damit verantwortungsvoll wirksam werden können.
Change-Maker:innen, sinnorientierte Vermögende, Unternehmer:innen, Gesellschaftsentwickler:innen, Lebendigkeitskünstler:innen – Menschen, die ihren finanziellen, unternehmerischen, kreativen, relationalen oder spirituellen Reichtum für den Aufbau einer regenerativen Gesellschaft in einen lebendigen Fluss bringen möchten.