Neues Institut, neues Projekt – und ein Earthship im Anflug

Manche Dinge wachsen langsam und brechen dann mit einem Mal durch. So wie ein Baum, der tief genug verwurzelt ist, um wirklich loszulegen.

 

Ralf Müller, Natalie Sennes, Regina und Michael Hinz haben das Institut für regenerative Baukultur und resilienten Lebensstil gGmbH gegründet, kurz: bee-onik.

 

Ein Institut, das Gebäude als lebendige Systeme begreift. Das forscht, baut und bildet mit Erde, Licht, recycelten Materialien und Menschen, die bereit sind, wirklich neu zu denken. Autarke Gebäude nach Earthship-Prinzipien, Lehmbau, biophiles Design, bürgerwissenschaftliche Forschung. Nicht irgendwo. Resiliente Lebensstile, die zeigen was Gemeinschaft und Natur in Gebäuden wirklich kann. Hier, auf dem Gelände von Wir bauen Zukunft in Nieklitz.

 

Das passt. Kein Zufall. Beides wächst aus demselben Boden.

 

Region als Werkstatt – Handwerk als Hebel der Transformation

 

Mit der Gründung startet direkt das erste große Förderprojekt: „Region als Werkstatt”.

Die Grundfrage klingt simpel, ist aber brandaktuell: Wie kann Handwerk in ländlichen Räumen zu einer sozial-ökologischen Transformation beitragen?

 

Wir glauben: eine ganze Menge. Handwerk ist kein Auslaufmodell, es ist eine der tiefsten Formen menschlichen Wissens. In den Händen, in den Materialien, in den Orten. Wenn dieses Wissen sich mit regenerativen Ansätzen verbindet, entstehen lebendige Antworten auf echte Fragen: Klimaschutz, regionale Wertschöpfung, Fachkräftemangel, neue Formen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens.

 

Das Projekt nimmt das ernst. Und erprobt es.

 

 

Das Elbe Valley als Experimentierfeld

 

Im Verbund forschen wir gemeinsam mit dem Thünen-Institut für Regionalentwicklung und zwei weiteren Praxispartnern: dem Ökodorf Sieben Linden in Beetzendorf und der Stiftung Reepsholt im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

 

Drei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch dieselbe Haltung teilen: Sie leben, was andere noch planen. Sozial-ökologische Transformation nicht als Konzept, sondern als Alltag. Als Erde unter den Füßen.

 

Das WbZ ist einer dieser Experimentierorte. 10 Hektar, die zum Forschen einladen. Lernen passiert hier nicht am Schreibtisch, es passiert beim Bauen, beim Ausprobieren, beim Scheitern und Weitermachen. Interaktiv, handlungsorientiert, gemeinschaftlich.

 

 

12 Handwerkende. Ein Netzwerk. Eine Forschungsfrage.

 

Das Herzstück des Projekts: Rund 12 handwerklich Forschende, möglichst aus der Region, tauchen tief ein. Sie arbeiten an den drei Experimentierorten, erwerben praktisches Wissen für mehr Nachhaltigkeit in ihrem Handwerk und werden gleichzeitig Teil eines lebendigen Netzwerks.

 

Die Methode: Research through Design, Forschen durch Tun. Keine passiven Zuhörenden, sondern aktive Bürgerwissenschaftler:innen. Eigene Fragestellungen entwickeln, Erfahrungen dokumentieren, in der Gruppe teilen und reflektieren. Wissen entsteht durch Berührung mit Material, mit Ort, mit Gemeinschaft.

 

Was am Ende wächst: ein Netzwerk aus innovativen Handwerkenden, Unternehmen und Orten. Lokale Botschafter:innen nachhaltiger Handwerkskünste mit Wurzeln in der Region und Wirkung weit darüber hinaus.

 

 

Das Earthship kommt

 

Eines der konkreten Vorhaben auf dem WbZ-Gelände: das Earthship. Ein Gebäude, das durch die Sonne erwärmt wird, das aus dem gebaut ist, was andere wegwerfen, das Wasser sammelt und in dem Gemüse angebaut werden kann. Autark. Geerdet. Radikal zukunftsfähig.

 

Die handwerklich Forschenden bauen es mit und forschen dabei: Was entsteht, wenn eine Gemeinschaft gemeinsam baut? Was passiert, wenn Handwerkende über den Rand ihrer Fachrichtung schauen und plötzlich sehen, was möglich ist? Das wollen wir wissen. Und wir werden es dokumentieren.

 

 

Warum jetzt. Warum hier.

 

Weil wir Visionen beim Wachsen helfen wollen. Weil Zukunft nicht in Konferenzräumen entsteht, sondern dort, wo jemand die Hände in den Lehm steckt. Das Institut bee-onik und das Projekt „Region als Werkstatt” sind ein Versuch, echte Antworten auf echte Fragen zu geben, verwurzelt in der Region, offen für alle, die mitgestalten wollen.

 

Das WbZ ist Boden dafür. Fruchtbarer.

 

Mehr Infos zum Institut: bee-onik.de

Fragen, Ideen, Interesse mitzumachen? Meld dich bei uns!